Ehemaliger Ball-President plant Bau von zwei Werken zur Produktion von DWI-Flaschen aus Aluminium

Mit der neu gegründeten Helvetia Metal Bottle Company SA mit Sitz in Puidoux/Schweiz, möchte der ehemalige President von Ball Packaging Europe, Jan Driessens, in die Produktion von so genannten DWI-Getränkeflaschen aus Aluminium einsteigen. Geplant ist eine Investition von jeweils 40 Mio € an zwei Standorten in Europa. Wie Driessens gegenüber EUWID erklärte, soll eines der Werke auf der grünen Wiese in den Niederlanden unweit der deutschen Grenze gebaut werden. Ziel sei es, deutsche Brauereien in möglichst kurzer Distanz erreichen zu können. Bei dem zweiten Werk handelt es sich um einen bereits existierenden Produktionsstandort in Südeuropa für Nahrungsmittel- und Getränkeverpackungen. Dort sollen die Maschinen zur Herstellung der DWI-Flaschen errichtet werden. Den genauen Standort möchte Driessens zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht bekannt geben.

Den Plänen zufolge sollen zunächst pro Werk jährlich 200 Mio DWI-Aluflaschen gefertigt werden. Eine schrittweise Steigerung auf jährlich 500 Mio Flaschen pro Werk ist angedacht. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist für das zweite oder dritte Quartal 2019 vorgesehen. „Allerdings”, so Driessens, „werden wir mit dem Bau erst beginnen, wenn pro Werk 100 Millionen Flaschen vertraglich abgesichert sind.” Angesichts des großen Interesses, auf das die DWI-Flaschen im Markt stoßen, sei die Planung realistisch, sagte er.

Für das Format der Flaschen ist eine Größe zwischen 0,33 l und 0,5 l angedacht. Zum Verschließen sollen sich sowohl Twist-off-Kronenkorken als auch Ring-Pull-Verschlüsse eignen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch Drehverschlüsse aus Aluminium eine Option werden.

Distribution über den LEH angestrebt

Driessens zufolge sollen in erster Linie Biere abgefüllt werden – und hier vor allem Premium- und Craftbiere. Aber auch die Abfüllung von Energydrinks, alkoholhaltigen Mixgetränken oder von Getränken mit geringem Alkoholgehalt wäre möglich. Ziel sei es, eine alternative Verpackung zur Glasflasche zu bieten und keinesfalls eine Substitution der Getränkedose anzustreben, so der ehemalige Ball-President. Angestrebt werde zudem eine Distribution über den Lebensmitteleinzelhandel. „Unsere Flaschen sollen zum Mainstreamprodukt mit Mehrwert werden”, sagt Driessens.

Hinter der Helvetia Metal Bottle Company steht neben dem ehemaligen President von Ball Packaging Europe der frühere CEO der Schweizer Investmentfirma Peers SA, Steven Peers, der für die Beschaffung von Beteiligungskapital und als Ansprechpartner für potenzielle Investoren verantwortlich zeichnet.

Kein Bezug zu Helvetia Packaging

Die Helvetia Metal Bottle Company SA hat keine Verbindung zur Helvetia Packaging AG mit Hauptsitz in Root/Schweiz. Das bestätigen sowohl Jan Driessens als auch der Verwaltungsrat von Helvetia Packaging, Rolf Ostmann, gegenüber dem EUWID. Helvetia Packaging betreibt seit 2015 eine Produktionsstätte für zweiteilige Getränkedosen aus Aluminium im Industriegebiet Lisdorfer Berg bei Saarlouis, Saarland.

Schuler rechnet mit starkem Anstieg der Nachfrage nach Alu-Getränkeflaschen

Bei der Produktion DWI-Flaschen aus Aluminium kommt das Abstreckzieh-Verfahren (Drawing and Wall Ironing, DWI) zum Einsatz. Dieses erfordert nach Angaben des weltweit größten Pressen-Herstellers Schuler AG, Göppingen, wesentlich weniger Materialeinsatz als die herkömmlichen fließgepressten Flaschen.

Schuler zufolge ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach leichten Getränkeflaschen aus Aluminium stark ansteigen wird. Nicht ausgeschlossen sei es, dass künftig pro Jahr mehr solcher Aluminiumflaschen hergestellt werden als Aerosoldosen. Vor diesem Hintergrund war Schuler vor einigen Monaten eine Kooperation mit dem japanischen Spezialisten für DWI Bottles, TMC, eingegangen.

TMC hat unter anderem eine Maschine entwickelt, die den Flaschenhals formt, den so genannten „Bottle Necker”. Eine solche Maschine werde auch in den beiden neuen Werken der Helvetia Metal Bottle Company zum Einsatz kommen, sagte Driessens.

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